Angedacht zum Abschied von Pfarrerin Wagner

Samenkörner auf der Hand
Bildrechte: A. Wiegand

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich liebe Geschichten. Vorgelesen, überliefert, selbst erzählt beschreiben sie das Leben aus verschiedenen Perspektiven. So lerne ich mit Geschichten glauben, hoffen, verzeihen, träumen, phantasieren und vieles mehr. Daher möchte ich mich hier, in meinem letzten Angedacht, auch von Ihnen/Euch mit einer meiner Lieblingsgeschichten verabschieden:

Eines Nachts träumte ich mir, ich sei in einen Laden gegangen. Hinter der Theke stand ein Engel. Ich fragte ihn: „Was verkaufen Sie?“ Der Engel antwortete freundlich: „Alles, was Sie wollen.“ Da begann ich aufzuzählen: „Dann hätte ich gern das Ende aller Kriege, Brot für die Hungrigen, Heilung für die Kranken, Trost für die Trauernden, Arbeit für die Arbeitslosen, mehr Liebe in der Welt.“ Da schüttelte der Engel bedauernd den Kopf: „Entschuldigen Sie, ich habe mich wohl falsch ausgedrückt. Bei mir gibt es keine Früchte, bei mir gibt es nur die Samen.“

Ihre/Eure Pfarrerin Katharina Wagner